Pflege dein Herz und investiere in deine Seele

Gerade wir Mütter tun uns mit der Selbstfürsorge manchmal schwer. Es gibt da Menschlein die von uns abhängig sind, die uns Tag und Nacht brauchen. Sobald man schwanger ist trägt man diese Verantwortung. Und es gibt soviel zu tun …

Mehr als auf alles andere achte auf deine Gedanken und dein Herz, denn sie entscheiden über dein Leben.

Bibel: Sprüche 4, 23

Es scheint als wäre das ein wichtiger Punkt. Ein sehr wichtiger Punkt. Wir müssen auf uns achten, auch wenn es dringende andere Aufgaben gibt.

Letztes Jahr war ich auf einer MamaHerz Konferenz in Edinburgh und durfte dort, unter anderem, die Autorin Sally Clarkson live erleben. Sie hat auch das Buch “Du bist nicht allein” geschrieben, das ich gerade für unsere MamaHerzGruppen nutze. Sally sprach bei dem Event davon wie wir unsere Blumen pflegen sollten. Wir müssen ihnen gute Erde geben, sie regelmäßig gießen, verwelkte Blätter abmachen und sie ins Licht stellen. Genau so sollen wir uns auch um uns kümmern. Wir sollen blühen und im besten Fall auch Frucht bringen.

Blumen brauchen Fürsorge um zu blühen, sie können es nicht ohne das man sich um sie kümmert. Es ist eine bewusste Entscheidung sich der Pflege anzunehmen. Dazu gehört Planung (Wann gieße ich immer?) und Priorität (wenn ich eine Woche nicht gieße, wird es welk).

Herz

Damit wir uns um unser Herz kümmern können müssen wir erstmal feststellen was es braucht. Was tut mir gut? Welche Momente würde ich gerne festhalten? Wann bekomme ich kaum Luft vor Glück? Ich finde es eines der größten Momentaufnahmen die man sich wünschen kann, wenn man sagen kann “Mein Herz ist voll.”. Ich bin rundum zufrieden. Jetzt gerade, das tut richtig gut. Wann ist so ein Moment bei dir?

Wir dürfen uns schöne Erinnerungen schaffen, Hobbys nachgehen und Zeit für uns nehmen. Es liegt an uns solchen Momenten Raum zu geben in unserem Leben und auch Alltag. Da dürfen wir uns nicht vom Momguilt einnehmen lassen, sondern sicher sein das man nur aus vollen Kannen gießen kann. Wenn es uns gut geht haben wir auch mehr Kraft und Energie für unsere Kinder. Wir brauchen diese Auszeit.

Natürlich gibt es Zeiten in denen man sich nicht so leicht rausziehen kann. Aber es muss kein großes Event sein. Es kann eine halbe Stunde in der Badewanne sein in der Jemand auf das Kind schaut oder ein Spaziergang, eine Stunde ungestört Buch lesen oder ähnliches. Das ist unser Wasser und Sonnenschein für unser inneres Blümchen.

Inspiration

Hier kommen noch ein paar Ideen wie das aussehen kann:

Sally sagte auch das wir Verantwortung für unsere eigene Weiterentwicklung haben. Es gibt keinen Lehrer, Professor oder Arbeitgeber der sagt was wir machen sollen oder uns etwas beibringt. Wir müssen schauen wie wir auch persönlich weiterkommen und unser Herz und Gedanken mit bester Qualität und Inspiration füttern. Es ist unsere Aufgabe für unser Wohl zu sorgen um emotional, geistlich und körperlich gesund zu leben.

Das soll kein Extra toDo sein, sondern eine Grundhaltung, dass du zählst. Dein Wohlbefinden ist wichtig und es braucht Einsatz um dafür zu sorgen das es dir gut geht. Was könnte deine seelenerfüllende Angewohnheit sein? Was ist dein Wasser? Woher kommen die Sonnenstrahlen? Das ist eines der wichtigsten Dinge die du für deine Kinder tun kannst: Schauen das es auch dir gut geht.

Wir wurden mit unseren Sinnen, riechen, fühlen, hören, sehen, schmecken, ausgestattet um in vollen Zügen genießen zu können. Das Leben zu genießen! Denn was wir schätzen und pflegen reflektiert auch unser Ich und ist damit Vorbild für unsere Kinder. Sie sollen wissen das jeder in der Familie Bedürfnisse hat und man sich was Gutes tun sollte. Man kann trotzdem – oder gerade dann – Vollgas geben als Mama.

An der Stelle kann ich noch eine (unbeauftragte) Empfehlung dalassen. Luisa hat MamaTimeOut gegründet und bietet in verschiedenen Städten in Deutschland Workshops & Co. an um Mamas eine Auszeit zu ermöglichen. Auf ihrer Homepage gibt es auch Onlinekurse. Vielleicht ist so eine Art von #meTime eine Möglichkeit für dich zur Selbstfürsorge.

Gedanken

Wenn wir unser bestes Leben leben wollen müssen wir unser Herz und Gedanken im Blick haben. Dafür sollten wir Zeit investieren und überlegen wie es umsetzbar ist.

Leah Boden, eine der Referentinnen in Edinburgh sagte zu Anfang ihres Inputs: “My life is full – wonderful!” (Mein Leben ist voll – wundervoll!) Das finde ich so genial! Ja, es ist immer viel los, der alltägliche Wahnsinn, aber ist es nicht auch gerade deswegen wundervoll?! Langeweile hatte ich jedenfalls schon lange nicht mehr. 🙂 Es ist eine Einstellungssache.

Richtet eure Gedanken auf das, was wahr, anständig und gerecht ist. Denkt über das nach, was rein und liebenswert und bewunderungswürdig ist, über Dinge die Auszeichnung und Lob verdienen.

Bibel: Philipper 4, 8

Das ist manchmal gar nicht so leicht. Negativität ist leider oft anziehend und man ärgert sich über Ungerechtigkeiten und Lügen. Doch das tut uns nicht gut und wir sollen uns lieber mit Positivität füllen und berieseln lassen.

Unsere Gedanken sind wie ein mentaler Muskel, sagt Sally. Wir müssen sie trainieren, dann werden sie stärker und dominanter. Wie können wir diese Muskeln trainieren?

  • Bibel lesen (Wahrheit inhalieren) und Verse auswendig lernen die uns ansprechen
  • inspirierende Biografien (z.B. Keith Green “Kompromisslos”)
  • gute Bücher und Filme zur Unterhaltung und zum Aufbauen
  • Klassiker lesen mit den Kindern als Bonding und zur Wertevermittlung
  • Andachten und Impulse lesen zur eigenen Weiterbildung
  • auf Instagram nur denen folgen die einem ein gutes Gefühl geben
  • Podcasts hören die einen weiterbringen

Wie schaffe ich Zeit für mich?

Als erstes möchte ich sagen, das es durchaus Phasen im Leben gibt wo wir weniger Zeit für uns selbst haben können. Zum Beispiel wenn die Kinder krank sind oder noch sehr klein und Mama fixiert. Das darf auch sein und wir müssen uns nicht damit stressen Zeit freizuschaufeln, wenn wir wissen in den nächsten zwei Wochen wird es nicht möglich sein.

Trotzdem möchte ich dich ermutigen auch in intensiven Zeiten zu schauen was dir gut tun würde und das auch zu kommunizieren. Dann ist es vielleicht nur eine halbe Stunde in Ruhe in der Badewanne abhängen oder Abends eine Runde um den Block.

Mach dir am besten in einer ruhigen Minute mal eine Liste, was du tun würdest wenn du mal Zeit hättest. Ich kenne Mamas die diese freien Zeiten dann damit verbracht haben zu überlegen was sie jetzt eigentlich machen wollen. Sei vorbereitet mit Ideen, um sie dann direkt angehen zu könne.

Was wir dafür brauchen ist nicht nur Muse, sondern auch Jemand der sich so lange um die Kinder kümmert. Wer nicht die Großeltern um die Ecke hat, so wie ich, und sich fragt wie das möglich sein soll kommen hier also ein paar Varianten:

  • der Papa, ein Hoch auf alle Männer die gerne Zeit mit ihren Kindern verbringen – hierbei gilt: Lass den Papa machen! Wenn das heißt Eis essen gehen oder ins Schwimmbad gehen, segne sie und lass sie ziehen. Manchen Mamas fällt das schwer, aber die Papas haben genauso ein Interesse das es den Kindern gut geht wie du.
  • Kindertausch – mit einer Nachbarin hatte ich eine zeitlang immer im Wechsel einen Vormittag in der Woche unser jüngstes Kind zu ihr gebracht und die Woche drauf umgekehrt. Das hat uns jeweils einen freien Vormittag verschafft und die Kinder konnten miteinander spielen. Das geht auch noch bei größeren Kindern Nachmittags und ist auf jeden Fall ein win win. Gibt es Jemand in deinem Umfeld der für so was in Frage kommt?
  • Babysitter – als ich noch keine eigenen Kinder hatte habe ich die Babys meiner Freundinnen immer mal wieder übernommen. Man kann natürlich auch Jemanden dafür engagieren. Das muss nicht nur für die DateNight mit deinem Liebsten funktionieren, sondern kann auch mal nur für dich in Anspruch genommen werden während die Kids mit Begleitung auf dem Spielplatz sind.
  • Nachmittagsprogramm – wer schon ältere Kinder hat die zum Beispiel am Nachmittag einen Sportverein besuchen, ein Instrument lernen oder ähnliches können diese Zeit nutzen. Statt zum zuschauen dazubleiben kann sich auch mal einen Kaffee irgendwo gönnen oder in der Bibliothek in Ruhe schmökern. Dafür reicht auch mal eine halbe Stunde …
  • Mittagspause – last but not least, eine bewusst eingeführte Mittagspause. Bei uns macht nur noch die Kleine ab und zu Mittagsschlaf, trotzdem gibt es nach dem Mittagessen für alle eine Mittagspause. Das heißt die Großen ziehen sich ins Kinderzimmer zurück und machen entweder Hausaufgaben oder beschäftigen sich ruhig und hören dabei ein Hörspiel. Das gibt mir ungefähr eine Stunde am Tag wo ich nicht ständig gebraucht werde und einigermaßen Ruhe habe. Diese Zeit nutze ich tatsächlich auch selbst für eine Pause um mit den Kids erfrischt in die zweite Tageshälfte starten zu können. Mehr zu unserer Mittagspause kannst du hier lesen.