2020. Jahrerückblick. Noch nie haben wir soviel gebacken, Familienfilmabende gemacht, so oft Pizza bestellt, Umgebung zusammen erkundet, gezoomt, Geburtstage im kleinsten Kreis gefeiert, so viel kreativ geworden, Neues ausprobiert, Geschenke verteilt, Spiele gespielt und Beschäftigungsideen gefilmt wie in diesem Jahr …

Wenn ich an das vergangene Jahr denke, ist ein Thema natürlich sehr dominant. Aber wenn ich ein bisschen genauer hinschaue steckte so viel mehr da drin …

Gleich zu Beginn des Jahres musste ich eine wichtige Entscheidung treffen. Meine Elternzeit ging nach neun Jahren endgültig zu Ende und ich war mit meinem Verlag im Gespräch was sie mir als Wiedereinstieg anbieten möchten. Im Hinterkopf hatte ich bereits eine andere Idee und das kommunizierte ich auch. Der Verlag wollte mich in neue Bereiche einführen die mir aber nicht zusagten. Also kündigte ich das erste Mal in meinem Leben. Trotzdem veränderte sich eigentlich nichts an meinem Alltag. Mein Leben ging weiter wie bisher … meine Bereichsleitung in unserer Gemeinde für Familien & Beziehungen, meine MamaHerzGruppen, mein Blog, meine Kinder, meine Ehe …

Während Corona immer präsenter wurde schlossen wir nebenbei unseren Werdegang zur Bereitschaftspflegefamilie ab. Diese Aufgabe war mein Hintergedanke bei der Entscheidung wie es beruflich für mich weitergeht. Der letzte Punkt auf der Agenda zu Pflegeeltern war der Besuch von Jugendamtmitarbeiterinnen bei uns daheim. Wir wurden angenommen.

Frühling – neue Aufgabe und Corona

Dann kam der harte Lockdown, Leben neu erfinden, Homeschooling, Mann im HomeOffice und leider auch zwischenmenschliche Enttäuschungen. Nichtsdestotrotz durchpowern für die Gemeinde wo es geht, um Gemeinschaft digital am Leben zu erhalten. Wir bekamen die Zeit gut rum und im Juni kam tatsächlich unser erstes Pflegekind. Die Kleine war ein Schatz, durch und durch. Trotzdem musste ich mich vor allem in den ersten zwei Wochen an das neue Pensum das mir abverlangt wurde erst gewöhnen. Es half sehr dass mein Mann die Nachmittagstermine unserer Kinder größtenteils managte.

Sommer – Durchatmen

#Blacklivesmatter erfasste die Welt und der Sommer war schnell da, die Coronasituation entspannte sich etwas und wir uns auch. Unser Umfeld blühte wieder auf und wir hatten schöne Begegnungen im Garten und unser Pflegekind konnte die Welt weiter entdecken. Es war der letzte Sommer mit unserer geliebten Nachbarsfamilie mit der wir sehr eng das Leben geteilt hatten. Nicht nur für die Kinder ein echter Verlust, das sie weggezogen sind. Unser kleines Bullerbü hat merklich an Charme für uns verloren …

Wir durften aber trotz Corona und Pflegekind einen wunderschönen Urlaub auf dem Küselhof an der Ostsee verbringen. Jeder von uns konnte reiten und das Meer genießen … Das hat gutgetan!

Blogsommer

Im Sommer feierte auch mein Blog sein erstes Jubiläum. 🙂 Ich bin sehr dankbar für alle Leser und Leserinnen, Kommentare und Feedback jeglicher Art. Es freut mich, wenn du etwas für dich und deine Familie mitnehmen kannst! Neue Themen werden angegangen, Sachen ausprobiert und ganz viel von der Seele geschrieben. Manches ging auch nicht so auf, wie gedacht. Zum Beispiel die Herzensgeschenke-Beiträge. Ich werde die fehlenden Werte auf jeden Fall noch angehen, denn ich finde es nach wie vor wichtig und gut. Aber als monatliche Headline kam es nicht richtig an. Die Bibelverse für den Alltag sind dafür ein Dauerbrenner, was mich sehr freut. Ich musste mir aber auch eingestehen, dass mein wöchentlicher Rhythmus gerade nicht zu schaffen ist, was mich schmerzt. Meine Projekte und Ehrenämter sollen nicht die Qualität und das Herzblut hier mindern, daher bleibt es erstmal beim 14-tägigen Rhythmus.

Eigentlich wäre ich das erste Mal bei der Blogfamilia in Berlin dabei gewesen. Das wäre eine tolle Möglichkeit für Input und Austausch. Hoffe das kann im neuen Jahr nachgeholt werden …

Herbst – Unsicherheit und Frust

Dann kam der Herbst und unser Pflegekind ging. Wir hatten für ihre Zukunft ein gutes Gefühl und konnten uns als Familie gut verabschieden.

Ich durfte wieder mit auf das Leitungswochenende unserer Gemeinde fahren und wir richteten gemeinsam unseren Fokus neu aus. Jesus bleibt der Mittelpunkt, aber wie sehen wir die Menschen drumherum …

Der Herbst spiegelt für mich viele Unsicherheiten wider. Zum Einen der Trost, dass in solchen Krisenzeiten die Jahreszeiten sich nicht in ihrem Lauf stören lassen. Nach dem Sommer kommt der Herbst und nach dem Herbst der Winter. Zum Anderen brachen neu gewonnene Ideen und Freiheiten wieder weg und man wusste nicht was kommt und auf was man sich einstellen kann.

Statt im Teamgeist und als sicheres Fundament hat diese Zeit irgendwie auch unsere Ehe sehr herausgefordert. Das macht müde.

Winter – Produktivität und Resümee

Kurz vor uns in der Adventszeit habe ich viel Zeit und Ideen in meinen Instagramaccount gesteckt und liebes Feedback bekommen. Die Wunsch nach einer digitalen MamaHerzGruppe entstand und wird im Januar starten. Spannend. 🙂

Nach Weihnachten kam ich ins Grübeln, was das Jahr 2020 mich gelehrt hat. Was nehme ich mit an Erkenntnis oder wichtiger Erfahrung? Uns hat Corona nicht wirklich wehgetan als Familie, wenn man das so sagen darf. Keiner von uns musste je in Quarantäne oder einen Test machen, mein Mann hat fast komplett seine 100% durchgearbeitet und konnte gut unser Gästezimmer als Büro nehmen. Ich hatte Zeit mich auch während Homeschooling und Kindergartenschließungen um unsere Kinder zu kümmern und nebenbei auch meine Aufgaben außerhalb der Familie erfüllen. Dennoch hat das Jahr Narben hinterlassen. Ich musste feststellen, dass mich vor allem die zwischenmenschlichen Konflikte noch beschäftigen. Diesmal lässt sich nicht alles wegschieben, es muss richtig bearbeitet werden damit es heilen kann. Ich möchte das es heilt und vergeben, aber es wird noch Zeit brauchen. Sich das einzugestehen finde ich sehr schwer, aber vielleicht ist diese Verletzlichkeit auch ein Erbe von 2020.

2021

Es gibt aber auch sehr schöne Dinge auf die ich mich im neuen Jahr freue. Zum Beispiel bin ich an einem kleinen Projekt mit Evy von einfachevy.de dran. Wenn das alles so klappt geht damit ein Herzenswunsch von mir in Erfüllung. Du wirst es erfahren, wenn es ganz ausgereift ist.

Ab 1.1.2021 sind wir auch wieder offiziell offen für neue Pflegekinder. Man hatte uns zu einer längeren Pause geraten und jetzt sind wir gespannt was wir in der Bereitschaftspflege noch alles erleben werden. Das war auf jeden Fall auch ein Highlight in 2020, so viele andere Pflegeeltern kennenzulernen und die enge Zusammenarbeit mit dem Jugendamt. Auch wenn der weitere Verlauf unseres erste Pflegekindes wiedererwartend schlecht war, sind wir dankbar für die Mitarbeiter die im direkten Kontakt mit uns stehen. Wir freuen uns schon auf das nächste Babylein.

Ich freue mich auch auf 15 Jahre Ehe und einen neuen Ehering. 🙂 Unsere sind uns leider zu klein geworden und unser Material lässt sich nicht verändern.

Als Notitzbuchliebhaberin und Plannerhorterin finde ich den Jahreswechsel besonders spannend. Ich wühle mich durch die Blätter zum ausfüllen und versuche dem neuen Jahr schonmal etwas Struktur zu geben. Mein Wunsch wäre, dafür nochmal ein paar ruhige Stunden zu finden um mich so weit zu sortieren um frisch loslegen zu können.

Genial finde ich dafür den Vision Planer von Christina Walch (unbeauftragte Werbung). Die Bestellmöglichkeiten für dieses Jahr habe ich leider verpasst, aber vielleicht interessiert es dich auch fürs nächste Jahr … Auch unabhängig davon kann man sich beispielsweise ein Visionboard selbst zusammenstellen und Wünsche und Ziele für 2021 visualisieren. Hier habe ich auf Pinterest einige Inspirationen und Hilfen für die Erstellung deines Boards zusammengestellt.

Wort des Jahres 2021

Last but not least … Ich möchte dir noch von meinem Wort des Jahres erzählen. Meistens mache ich das mit meinem Mann zusammen, aber dieses Jahr kam es für mich persönlich. Es soll einfach den Fokus etwas einnehmen über das Jahr. Man kann sich das ganz bewusst von Gott erbeten und schenken lassen oder selbst auf die Suche gehen.

Ich hatte mich in den letzten Tagen damit beschäftigt und dann hörte ich beim Kochen die Kinder etwas sagen das mich an den Ausruf erinnerte “Talita kum”. Das sagt Jesus in der Bibel zu dem Mädchen das er von den Toten auferweckt und heißt soviel wie “Mädchen, steh auf.” (Markus 5,41)

Talita kum, ich bin gespannt was mich damit erwartet. Wenn ich darüber nachdenke kommt mir der Gedanke Dinge endlich anzugehen die ich schon länger vor mir herschiebe. Zum Beispiel meine Diabetes besser in den Griff zu bekommen, meine Zeit mit Gott im Alltag fest zu integrieren und eine Idee an die Family-Zeitschrift endlich heranzutragen und ähnliches … Vielleicht geht es darum für Dinge einzustehen die mir wichtig sind und nicht liegen- oder stehenzubleiben, sondern aktiv zu werden. Wir werden es sehen!

Hast du auch ein Wort des Jahres? Oder etwas Besonderes auf das du dich 2021 freust? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Ich wünsche dir und deiner Familie ein gesegnetes und gesundes neues Jahr, mit ganz viel Hoffnung und Frieden im Herzen! Deine Sonja